Vor 30 Jahren 1976 begann in Deutschland die Anti-AKW-Bewegung, die den Bau von Atomkraftwerken verhindern wollte - und u.a. in Cuxhaven auch erfolgreich verhindert hat. 10 Jahre später - 1986 - kommt es in der Ukraine zu eben jenem GAU (größter anzunehmender Unfall), der von Atomkraftbefürwortern für nahezu unmöglich gehalten wurde. Genau in jenem Jahr aber ging auch das von der deutschen Anti-Atomkraftbewegung am stärksten bekämpfte Atomkraftwerk in Brokdorf (ca 35 km Luftlinie von Cuxhaven) ans Netz, die Bewegung zerfiel - nur noch in Regionen wie dem Wendland (Gorleben) wurde weiterhin Widerstand geleistet.
Eher im Verborgenen setzten sich viele für die Opfer der Katastrophe ein, organisierten Erholungsaufenthalte für die betroffenen Kinder der Region.
Jetzt, im April 2006 ist das Thema Atomkraft wieder aktuell: Das ZDF deckte jetzt in einer Reportage "Tod an der Elbe" auf, das offenkundig ein Atomunfall in der Kernforschungsanstalt Geesthacht 1986 verheimlicht wurde. 15 Kinder im Umkreis von 5 Kilometern erkrankten daraufhin an Leukämie, vier davon starben, das letzte im Februar dieses Jahres. (Bericht). Zwar wurde die Häufung von blutkrebskranken Kindern schon lange öffentlich diskutiert, Augenzeugenberichte und neue Untersuchungen lassen jetzt jedoch immer weniger Zweifel daran, dass 1986 ein Atomunfall vertuscht wurde, der für die Atomenergie damals das "Aus" bedeutet hätte. Die Vertuschung scheint bis heute anzuhalten. Wissenschaftler aus der von den beiden Ländern einberufenen Untersuchungskommision legten ihre Arbeit nieder, sie bekamen nicht die nötigen Informationen, um den Fall aufzuklären.
Auch der Film "Die Wolke" hat insbesondere unter Jugendlichen die Sensibilität für das Thema gestärkt. So ist es vielleicht der richtige Zeitpunkt, das Thema im Rahmen "20 Jahre Tschernobyl" wieder anzugehen.
Die einzelnen Organisationen im Arbeitskreis laden zu folgenden Veranstaltungen ein:
Sonntag, 23. April um 19.00 Uhr