Der Laudator Fritz Pleitgen lobte Biermanns Lebensleistung «als Dichter, als Künstler überhaupt und als politischern Charakter». «In unserer geteilt vereinten Republik» wisse er keinen, der Biermann in dieser Kombination «das Wasser reichen» könne, betonte der ehemalige Leiter des ARD-Studios in der DDR und heutige Intendant des WDR.
Biermann besinge wie Ringelnatz «im Heiteren das Ernste und im Schweren das Leichte», lobte die Jury unter Vorsitz des Göttinger Literaturwissenschaftlers Frank Möbus. Aus Respekt vor den Menschen schreibe Biermann respektlose Verse.
Der Ringelnatzpreis wurde erstmals 2002 vergeben und soll Künstler ehren, die sich um die deutsche Gegenwarts-literatur verdient gemacht haben.
Von anderen Literaturpreisen unterscheidet er sich konzeptionell dadurch, dass der Preisträger das Recht erhält, zusätzlich einen Förderpreis für Nachwuchslyriker in Höhe von 5.000 € zu verleihen.


Wolf Biermann ehrt mit dem Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis für Lyrik 2006 André Schinkel. Ein Zitat aus der Begründung: „Wer, wie der junge Hallenser Poet André Schinkel, in einem seiner schönen Gedichte auf die surreale Idee kommt, dass auch Tote verwahrlosen können, der verfügt über genau den Blick, den Ringelnatz hatte, wenn er seinen Lesern im Skurrilen das tief Traurige entdeckte, wenn er unseren Blick schärfte für das Komische in der Tragik des Lebens.“

