Colosseum - ein Experiment mit Jazz, Rock und Blues

Am Samstag, den 31.03.2007 in der Music Hall Worpswede.

Dave Greenslade, Jon Hiseman und Tony Reeves kannten sich aus ihrer gemeinsamer Schulzeit. Sie spielten bereits 1960 zusammen in einem Jugendclub im Etham-District in London. Nach dem Schulabschluss versuchten sie es gemeinsam im Musikgeschäft bei den "Wes Minster Five".

Dieser Wes Minster, bürgerlich Brian Smith, versammelte noch andere Berühmtheiten um sich, Paul Williams und Zoot Money starteten hier ihre Karrieren. Nach den Wes Minster Five blieben die drei Schulfreunde zusammen.

Es folgten das Mike Taylor Quartet und das Peter Lemer Quintet (hier blies John Surman in das Sax). Von hier an trennten sich vorerst die Wege der drei. Reeves arbeitete als Produzent und veröffentlichte den Hit "Cast Your Fate To The Wind" (vom "Sounds Orchestral" im Dezember 1964 Nummer 5 in GB und 7 in den US Charts).

Colosseum - die Schulfreunde formieren sich

Dave Greenslade ging mit einer R&B Band auf Tour durch Frankreich, begleitete anschließend Chris Farlowe und Geno Washington mit ihrer "Ram Jam Band".
Jon Hiseman stieg bei der Graham Bond Organisation ein. Er löste hier den späteren Cream, Blind Faith, Airforce und Baker-Gurvitz-Army Trommler Ginger Baker ab. Ebenfalls bei Graham Bond beschäftigt war Dick Heckstall-Smith. Von Graham Bond aus wechselten Dick Heckstall-Smith und Jon Hiseman beide zu John Mayall. Bei den Aufnahmen zu "Bare Wires" trafen sie wieder auf Tony Reeves.
Jon Hiseman und Dick Heckstall-Smith beschlossen sich selbständig zu machen. Unter der Federführung von Jon Hiseman wurde 1969 Colosseum gegründet. Neben Reeves wurden noch zwei alte Bekannte von Hiseman angeheuert. Dave Greenslade und James Litherland. Colosseum sollte ein Versuch werden, die verschiedenen Element von Rock, Jazz und Blues zu vereinen.
Die erste Platte war bei den Kritikern ein Erfolg. Eine derartige Verbindung von Rock Jazz und Blues gab es bis dahin noch nicht.

Colosseum und Neil Armstrong
Die folgende "Valentyne Suite" war ein Meisterwerk, bis heute nicht erreicht. Jon Hiseman schrieb auf das Cover:

These sleeve notes were completed just as Neil Armstrong took "one small step for man, but a giant leap for mankind".
Jon Hiseman 21.07.1969

Die Band wurde verstärkt durch:

Dave Gelly, sax., Jim Phillip, sax. und Barbara Thompson, horn. Nach der Valentyne Suite verließen Reeves und Litherland die Band und gingen zu Million. Es kamen Clem Clempson (guit) von Bakerloo, Mark Clarke (bass) von den Pops sowie Chris Farlowe (voc).

Auf einigen der Tracks von "Daughter Of Time" zupfte noch Louis Cennamo den Bass, bis Mark Clarke ihn endgültig übernahm..

Verstärkt wurde Colosseum von Barbara Thompson (sax., flute, voc.) der Ehefrau Jon Hisemans und Harry Backett (tpt.) sowie Derek Wedworth (trombone).

Bei der folgenden folgenden Platte, "Daughter Of Time", kam dann auch die Bluesröhre von Chris Farlows richtig zur Geltung.

Colosseum und Chris Farlowe

Chris Farlowe wurde allerdings nur deswegen aufgenommen, weil Dave Clem Clempson es strikt ablehnte zu singen. Es war eine weise Entscheidung. Wer "Bakerloo" kennt, der bekommt eine Ahnung von Clem's Sangeskünsten. Der Bruce Titel "Theme From An Imaginary Western" gehört für mich zu einem der schönsten Rocksongs. Hiseman nahm diesen Titel erstmals mit Jack Bruce auf dessen Album "Songs For A Tailor" auf. Hier spielte John Mc Laughlin die Gitarre. Alles alte Bekannte aus Alexis Korner und Graham Bond Zeiten. Was jetzt folgte, war eines der bis heute wohl besten Live Alben, "Colosseum Live!".
(Auszug: http://www.rockzirkus.de/lexikon/bilder/c/colosseum/colosseum.htm)